125. Geburtstag: Landwirte erhalten 25 Prozent Jubiläumsrabatt

NV-Hagel mit erfolgreichen Geschäftsverlauf 2010 / Seit 2009 rund 1.700 Hektar neu versichert / Schadenverlauf äußerst positiv / Mais künftig gegen Sturmschäden versicherbar / Auf kostspielige Feierlichkeiten wird zugunsten niedriger Beiträge verzichtet

Neuharlingersiel - Die NV-Hagel-Versicherung feiert in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag und blickt nach eigenen Angaben nach Ende der Erntesaison auf einen äußerst zufriedenstellenden Verlauf mit einem starken Neugeschäft und geringen Schadenaufkommen zurück. Für die Landwirte bedeute dies „ansehnliche sinkende Beiträge“, sagte heute der Vorstandsvorsitzende Johann Cremer bei der Präsentation der Zahlen für 2010 am Firmensitz in Neuharlingersiel: „Wir verzichten zu unserem runden Geburtstag bewusst auf kostspielige Feierlichkeiten und gewähren stattdessen unseren etwa 700 Mitgliedern einen einmaligen Jubiläumsrabatt in Höhe von 25 Prozent.“ Dies ist nach Ansicht von Vorstand und Aufsichtsrat angesichts der angespannten Lage in weiten Teilen der Landwirtschaft ein sinnvoller Weg, um die Betriebe finanziell zu entlasten.

Hagelbeitrag erheblich gesenkt
Aufgrund der guten Schadenverläufe in den letzten zwei Jahren habe die NV-Hagel die Beiträge zum Teil erheblich senken können. „Wir blicken damit als leistungsstarker und verlässlicher Partner der Landwirtschaft zuversichtlich in die Zukunft“, sagte Cremer. 2009 und 2010 sei das Neugeschäft stark angestiegen. Insgesamt seien in den vergangenen zwei Jahren Verträge mit einer landwirtschaftlichen Fläche von rund 1.700 Hektar sowie einer Versicherungssumme von 2,1 Millionen Euro neu abgeschlossen worden. Knapp die Hälfte der Neuabschlüsse entfiel nach NV-Angaben auf das Jahr 2010. Die gesamte im NV-Bestand befindliche Fläche sei auf knapp 14.000 Hektar angestiegen. Die Gesamtversicherungssumme betrage mehr als 18 Millionen Euro – etwa 600.000 Euro mehr als im Vorjahr.

Überschuss stärkt Rücklagen
Aufgrund der geringen Schadensfälle sowie einer effizienten und schlanken Struktur werde der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nach dem derzeitigen Stand 2010 einen Überschuss erwirtschaften, der aufgrund des Jubiläumsrabatts jedoch bescheidener ausfallen werde als im Vorjahr. Der Gewinn werde den Rücklagen zugeführt, die damit auf etwa 280.000 Euro (Vorjahr 264.000 Euro) stiegen. „Dieses finanzielle Polster ist absolut notwendig, um auch Jahre mit hohen Ernteschäden im Sinne der Versichertengemeinschaft solide abdecken zu können“, betonte Cremer und verwies auf das Jahr 2008, als starke Unwetter für einen Rekordschaden von mehr als 400.000 Euro bei  der NV-Hagel gesorgt hatten. Das höchste Schadenaufkommen mit mehr als 700.000 Euro habe die NV-Hagel im Jahre 1985 verzeichnet.

Mais künftig gegen Sturmschäden versicherbar
Mais habe sich mit rund 5100 Hektar in den vergangenen Jahren zur dominierenden Fruchtart im Versicherungsbestand der NV entwickelt und den Weizen auf die 2. Stelle verdrängt. Cremer sieht den Grund dafür in der hohen Zahl an Biogasanlagen, die in der jüngsten Vergangenheit in der Region entstanden seien. Aufgrund dieser Entwicklung erweitere die NV-Hagel von 2011 an ihren Versicherungsschutz für Mais, der künftig auch gegen Sturmschäden versichert werden könne.

Einer von 14 verbliebenen Hagelversicherern
Als einer von lediglich 14 Hagelversicherern in Deutschland zähle die NV-Hagel zu einem wichtigen Partner der Landwirtschaft. „Dieser Aufgabe wollen wir auch künftig verantwortungsvoll nachkommen“, so Cremer. Deshalb stehe stets der Mensch im Mittelpunkt und nicht die Gewinnmaximierung. Der Unternehmenszweck sei gemäß dem Motto „All up Stee“ heute wie vor 125 Jahren daran ausgerichtet, die Mitglieder der Versicherungsgemeinschaft gegen Risiken in Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit mit hohen Leistungen zu möglichst geringen Beiträgen abzusichern. „Aus diesem Grund ist die NV-Hagel als Teil einer bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung entstanden und darin sehen wir auch heute noch unsere Hauptaufgabe“, erklärte Cremer.

Regionale Ausweitung
Regional habe die NV-Hagel ihr Geschäftsfeld in den vergangenen Jahrzehnten ausgeweitet. Ursprünglich war es Bauern aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Aurich vorbehalten, sich der Versichertengemeinschaft anzuschließen. Im Zuge der Anpassung der Bedingungen erstreckt sich das Einzugsgebiet mittlerweile auf Niedersachsen sowie die angrenzenden Bundesländer. Als Einsparten-Spezial-Versicherer ist die NV-Hagel traditionell eine wichtige Ergänzung zur NV-Versicherung VVaG und wird in Personalunion von deren Vorständen Johann Cremer (Vorsitzender) und Arend Arends geführt.

Hagel ist eine Katastrophengefahr
Bei der Sparte „Hagel“ im Bereich der Ernteversicherung handelt es sich um ein sogenanntes „schweres Geschäft“, vergleichbar mit dem Industrie-Feuer-Geschäft. Dabei können nicht allein Landwirte von dem Risiko des Hagelschlages betroffen sein. Cremer verwies in diesem Zusammenhang auf die Hagelkatastrophe von München am 12. Juli 1984, bei dem  in nur 20 Minuten ein Gesamtschaden von 1,5 Milliarden EUR entstanden sei. „Hagel ist eine typische Katastrophengefahr, gegen die sich insbesondere die Landwirte bestmöglich absichern sollten, um ihre betriebliche Existenz nicht zu gefährden“, sagte Cremer.

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