NV-Versicherungen bauen Marktanteile weiter aus

Bilanz 2010: Sachversicher erzielt erneut zweistellige Wachstumsraten / Rekord-Beitragsplus von 2,3 Millionen Euro sorgt für mehr als 20 Millionen Euro Beitragseinnahmen / Gewinn leicht unter Vorjahresniveau / Vorstände für 2011 optimistisch

Neuharlingersiel - Neuharlingersiel – Die NV-Versicherungen schließen das Jahr 2010 mit einem Rekordwachstum ab. Das Beitragsvolumen ist nach Angaben des bundesweit tätigen Sachversicherers aus Neuharlingersiel um 2,3 Millionen Euro (plus 12,7 Prozent zum Vorjahr) auf mehr als 20 Millionen Euro gestiegen. „Das lag nach einem Zuwachs in 2009 von 8,9 Prozent deutlich über unseren Erwartungen für 2010“, sagten die NV-Vorstände Johann Cremer (Vorsitzender) sowie Arend Arends gestern vor der Presse am Firmensitz. Damit habe sich der „kleine, aber feine Versicherer“ erneut positiv von der Branchenentwicklung absetzen können, die von einem bescheidenen durchschnittlichen Zuwachs von 0,7 Prozent geprägt gewesen sei. „Wir liegen in der Beitragsentwicklung somit auch 2010 bundesweit an der Spitze und haben unsere Marktanteile erneut kontinuierlich und auf hohem Niveau ausgebaut“, sagte der Vorstandsvorsitzende Cremer und betonte, dass sich die Beitragseinnahmen der NV in nur zehn Jahren mehr als verdoppelt hätten.

Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis
Für 2011 streben die NV-Vorstände ein weiteres Beitragsplus im hohen einstelligen Prozentbereich an. „Wir wollen natürlich weiter wachsen, allerdings nicht um jeden Preis“, sagte Cremer. Die NV bleibe ihrem Leitspruch treu, dass der Ertrag vor dem Umsatz stehe und die Unternehmensentwicklung auf einem „gesunden Fundament“ gebaut sein müsse.   Auf Grundlage der vorläufig vorliegenden Geschäftszahlen erwarten Cremer und Arends für 2010 einen Gewinn „knapp unter Vorjahresniveau“, der vollständig in die Rücklagen zur Erhöhung des Eigenkapitals eingestellt werden solle. 2009 erreichte der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit einem Nettoertrag von 1,365 Millionen Euro das zweitbeste Ergebnis in der 193-jährigen Unternehmensgeschichte.

Schadenquote gesunken
Die Schadenquote sei 2010 im Vergleich zum Vorjahr um gut 6 Prozent auf 59,1 Prozent gesunken. Für insgesamt 9.750 Schadenfälle habe die NV rund 12,1 Millionen Euro aufgewendet - rund 700.000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Versicherten sei um 15,8 Prozent auf mehr als 139.000 gestiegen. Die Wachstumssäulen seien wie in den Vorjahren die Sparten Unfall (Beitragsplus 936.000 Euro), Haftpflicht (Beitragsplus 515.000 Euro) Hausrat (Beitragsplus 408.000 Euro), Wohngebäude (Beitragsplus 77.000 EURO) sowie Feuer (Beitragsplus 51.000 Euro) gewesen. Mehr als 50 Prozent der rund 24.400 Neuverträge (Vorjahr 12.100) seien online abgeschlossen worden. „Der Abschluss per Mausklick, verbunden mit einem schnellen Service und einer unbürokratischen Abwicklung, kommt im Markt ausgesprochen gut an“, sagte Arends und betonte, dass die NV im vergangenen Jahr rund 200.000 Euro in ihre Informationstechnologie investiert habe.

Überregional und regional gewachsen
Erfreut zeigten sich Cremer und Arends zudem, dass neben dem bundesweiten Geschäft auch im traditionellen Kerngebiet Ostfriesland mit zehn Geschäftsstellen eine deutlich steigende Zahl von Vertragsabschlüssen und Neukunden zu verzeichnen gewesen sei. „Sowohl der Ausbau des überregionalen als auch des regionalen Privatkundengeschäftes sind sehr erfolgreich verlaufen“, sagte Arends. Beide vertrieblichen Ausrichtungen stärkten die Beschäftigung am Firmensitz in Neuharlingersiel. So sei die Zahl der Mitarbeiter in Neuharlingersiel um fünf auf 47 gestiegen. 2011 plane die NV, weitere vier Beschäftigte einzustellen. Gleichzeitig habe der Versicherer durch Steuerzahlungen von insgesamt mehr als zwei Millionen Euro von 2007 bis 2009 die Wirtschaftskraft vor Ort gestärkt.

Schnelle, unbürokratische und kulante Hilfe
Als wesentliche Erfolgskriterien sehen Cremer und Arends neben einer innovativen Produktpolitik vor allem eine „absolute Service- und Kundenorientierung“. Dies gelte nicht nur bei Vertragsabschluss, sondern auch dann, „wenn es weh tut – also im Schadenfall“, betonte Cremer. Für den Kunden sei ein Schaden immer ein persönliches Unglück, bei dem „wir so schnell wie möglich helfen müssen“. So habe bei Vorlage aller erforderlichen Unterlagen die durchschnittliche Bearbeitungszeit im Schadenfall 2,9 Tage betragen. Zudem sei die Regulierung auf unbürokratischem Wege, schnell, kulant und pragmatisch erfolgt.

Gewittersturm in Ostfriesland sorgte für hohe Schäden
Zum hohen Schadenaufkommen habe der Gewittersturm „Norina“ am 12. Juli 2010 in Ostfriesland erheblich beigetragen. Durch ungewöhnlich starke Windhosen und kleinere Tornados seien insgesamt 500 Schadensfälle mit einer Summe von 600.000 Euro zu regulieren gewesen. „Als leistungsstarker Sachversicherer sind wir für derartige Vorkommnisse aber natürlich gut gerüstet“, betonte Cremer. Aufgrund einer Eigenkapitaldecke von mehr als 10 Millionen Euro gehe die NV weit über die diesbezüglichen gesetzlichen Vorgaben hinaus und plane weitsichtig und mit der nötigen kaufmännischen Vorsicht. „Der Kunde kann sich jederzeit auf uns verlassen“, versicherte Cremer.

Leicht ausufernde gesetzliche Auflagen
Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Mindestanforderungen des Risikomanagements sprachen Cremer und Arends von „leicht ausufernden Tendenzen“. Die aufsichtsrechtlichen und gesetzlichen Auflagen würden teilweise kaum noch im Verhältnis zu den tatsächlichen Risikopotenzialen stehen. Die NV erfülle alle geforderten hohen Anforderungsprofile. Jedoch wünschten sich die Vorstände mehr „Realitätssinn“ des Gesetzgebers mit Blick auf kleine und mittelgroße Versicherungsunternehmen, die für einen bundesweit funktionierenden Wettbewerb und damit günstige Konditionen für die Verbraucher sorgten.   

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